Sternenkannibalismus - Dr. Axel Schwope - Montagsvortrag vom 3. Juli 2017

Referent ist Dr. Axel Schope vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam zum Thema Sternenkannibalismus.

Unter den Myriaden veränderlicher Sterne unterschiedlichster Art, die an der Sonneberger Sternwarte entdeckt und studiert wurden, findet man auch Kannibalensterne. Unter Kannibalismus versteht man ja bekanntlich das Verzehren von Artgenossen oder Teilen derselben. Wie kann ein Stern einen anderen verzehren? Was sind das für Objekte? Wie sind sie entstanden? Wie viele gibt es davon? Und wie findet man sie?

Der Vortrag will darauf mindestens Teilantworten geben. Wir werden die Welt der kompakten Objekte betreten, der Weißen Zwerge, der Neutronensterne und der Schwarzen Löcher. Sternenkannibalismus ist nicht unbedingt ein genüssliches Grasen sondern unterliegt starken Schwankungen. Es kann zu Verdauungsstörungen kommen, wodurch die Sterne abrupt ihre Helligkeit ändern. Astronomen sprechen dann einer Nova, einer Zwergnova oder auch einer Supernova.

Kompakte Doppelsterne sind ein faszinierendes Forschungsfeld, auch für Amateurastronomen. Beide Sterne können einander in wenigen Stunden umkreisen so dass die Beobachter binnen einer Nacht ein wahres Feuerwerk erleben können. Was an der Sonneberger Sternwarte photographisch begann, wird heute mittels CCD-Technologie vervollkommnet. Bald (2018) werden wir den Himmel auch mit einem Röntgenteleskop systematisch abtasten auf der Suche nach Kannibalensternen und anderen Exoten.

Teil 1


Teil 2