Astronomietag 2016

Deutschlandweiter Astronomietag
19. März 2016 - wir waren dabei

Der Himmel über Sonneberg zeigte sich an diesem für uns besonderen Tag leider sehr zugeknöpft. Da Astronomen in dieser Hinsicht aber einiges gewöhnt sind, hatten wir unser Programm von vornherein so geplant, dass die Besucher viel zu sehen bekamen.

Der Himmel am Astronomietag 2016
Der Himmel über Sonneberg am Astronomietag 2016

Programmübersicht

  • 15 Uhr - Sternwartenführung
  • 16 Uhr - Vortrag "Sonne"
  • 17 Uhr - Sternwartenführung
  • 18 Uhr - Vortrag "Mondbetrachtungen"

Zahlreiche Besucher kamen am Samstag auf den Erbisbühl, besichtigten die derzeitige Ausstellung "Einstein inside" im Astronomiemuseum und ließen sich durch die Kuppeln der Sternwarte führen. Glücklicherweise regnete es nicht, sodass die Kuppeln geöffnet werden konnten. Leider brachte der Blick durch die Teleskope nichts als grau in grau.

Sonne

Sonne Kalziumlinie 18.03.2016
Sonne mit Flecken, Kalziumlinie (18.03.2016)

Im Vortrag "Sonne" führte Thomas Müller die Zuschauer durch den Lebenszyklus der Sonne und machte deutlich, mit welch enormen Dimensionen wir es hier zu tun haben. Die Sonne ist ein gigantischer Kernfusionsreaktor.

In ihrem Inneren herrschen 15,6 Mio Kelvin, und pro Sekunde strahlt sie 3,86 mal 1026 Watt Energie ab. Das entspricht dem 180.000-fachen der jährlichen Weltstromerzeugung. Pro Sekunde verliert die Sonne dadurch 4 Mio Tonnen Masse. Das ist fast nichts im Vergleich zu ihrer Gesamtmasse von knapp 2 mal 1030 kg - in 10 Milliarden Jahren verliert sie so nur 0,1% ihrer Masse.

Die Sonne ist für Beobachter sehr interessant, denn es gibt eine ganze Reihe von Merkmalen, die sich in sehr kurzer Zeit deutlich sichtbar verändern. Ihre Oberfläche brodelt, und Sonnenflecken ziehen über sie hinweg. Am Sonnenrand entstehen und vergehen ständig neue Protuberanzen, was mit einem speziellen H-Alpha-Teleskop sichtbar wird.

Mond

Apollo Astronaut
Apollo Astronaut auf dem Mond

Im Vortrag "Mondbetrachtungen" begab sich Denise Böhm-Schweizer gemeinsam mit den Zuschauern auf eine Reise zu unserem nächsten Nachbarn. Zunächst einmal galt es, unseren Mond mit den vielen anderen Monden im Sonnensystem zu vergleichen. Hierbei wurde schnell klar, dass der Erdenmond aufgrund seiner Größe etwas ganz Besonderes ist.

Er entstand vermutlich aus dem Material der Erde, das bei einem Zusammenstoß der Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten in der Frühzeit des Sonnensystems der Erde entrissen und ins All geschleudert wurde. Aus diesen Gesteinsbrocken formte sich kurze Zeit später der Mond.

Dennoch ist es eine völlig andere Welt als die Erde. Das wurde schnell klar, als wir uns mit Hilfe von Fotos der Apollo-Astronauten gedanklich auf die Mondoberfläche begaben. Hier gibt es keine Atmosphäre, kein Wetter, keine Tiere oder Pflanzen. Alles ist übersät von Einschlagkratern in allen Größen, und der Mondstaub bildet fast überall eine dicke puderige Schicht. Darin werden die Fußabdrücke der Mondbesucher noch viele Jahrmillionen erhalten bleiben.

Bildquelle: flickr.com/photos/projectapolloarchive

Experimente

Mondkrater und Murmel Meteoriten
Mondkrater und Murmel Meteoriten

Auf dem Gelände der Sternwarte erwartete die Kinder eine Raketenabschussbasis, die bei den kleinen Besuchern große Begeisterung auslöste. Mehrfach sah man am Sonneberger Himmel Raketen aufsteigen.

Die Fluchtgeschwindigkeit konnte dabei nicht ganz erreicht werden, sodass die Raketen nach kurzer Zeit wieder zum Boden zurückkehrten. Die Kinder verstanden ganz schnell das Prinzip und bereiteten sogleich den nächsten Start vor.

In einem weiteren Freiluftexperiment konnten die Kinder Mondkrater erzeugen, indem sie Murmel-Meteoriten in den bereitgestellten Mondstaub einschlagen ließen. Dabei wurde die Mondoberfläche viele Male aufs Neue umgeformt, und immer neue Krater entstanden.

Am Ende des Tages gab es viele glückliche und zufriedene Gesichter, sowohl bei den Besuchern als auch bei den fleißigen Helfern des Vereins Astronomiemuseum e.V. Es war ein rundum gelungener Astronomietag 2016. Wir hoffen nun auch für 2017 wieder auf viele Gäste und natürlich auf ein astronomiefreundliches Wetter.

Vielen Dank für Ihren Besuch!
Ihr Team vom Astronomiemuseum e.V.

Mond am Astronomietag

Mond am Astronomietag

Teleskope im Hörsaal

Teleskope im Hörsaal

Mondexperiment

Mondexperiment

Mondkrater

Mondkrater

Mond und Sterne

Mond und Sterne

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