Jupiterabend 26.03.2016

Jupiter über dem Museum der Sternwarte Sonneberg
Jupiter über dem Museum der Sternwarte Sonneberg

Jupiter und Monde
Jupiter und Monde

Der König der Planeten

Derzeit sind die Beobachtungsbedingungen für Jupiter ganz hervorragend. Der Abstand zwischen Erde und Jupiter ist besonders gering, da wir den Gasriesen gerade auf unserer weiter innen gelegenen Bahn überholen. Das führt dazu, dass er am Himmel besonders hell und im Teleskop besonders groß erscheint.

Außerdem ist Jupiter schon am Himmel, wenn es abends dämmert, sodass er mit als erster Leuchtpunkt am Himmel zu sehen ist, wenn es dunkel wird. So eine auffällige Erscheinung ist mit dem Teleskop schnell eingefangen.

Der Himmel ist eröffnet

Die Kuppel ist geöffnet
Die Kuppel ist geöffnet

An diesem Samstag war für den Nachmittag auch eine Sonnenbeobachtung geplant. Leider zeigte sich die Sonne immer nur ganz kurz, sodass wir keine Chance hatten, einen Blick auf die Sonnenflecken zu werfen. Um so mehr freuten wir uns, als pünktlich zur Dämmerung die Wolkendecke verschwand und den Blick auf den Sternenhimmel freigab.

Und so öffneten wir schnell die Kuppel und richteten den Hoffmeister Refraktor auf Jupiter aus. Gemeinsam mit etlichen Besuchern bestaunten wir den Planeten und seine Streifen.

Auch der Große Rote Fleck war zu sehen. Er befand sich genau in der Mitte des einen dunklen Bandes der Jupiteratmosphäre. Insgesamt waren zwei dunkle Streifen deutlich zu sehen.

Wer den Blick wieder von Jupiter lösen konnte, entdeckte auch noch 4 seiner Monde, zwei links und zwei rechts vom Planeten. Die beiden Monde auf der im Teleskop linken Seite rückten dabei im Laufe des Abends immer näher aneinander heran, bis man sie kaum noch auseinanderhalten konnte.

Im Angebot: Sternhaufen und Gasnebel

Teleskop bei Rotlicht
Teleskop bei Rotlicht

Mit dem Teleskop ging es nun auf die Reise zum Sternhaufen der Plejaden. Diese Sterne sind mit 100 Mio Jahren noch sehr jung und befreien sich gerade von dem sie umgebenden Gasnebel.

In einer anderen Region ist der Gasnebel noch sehr dominant, im Orionnebel M42, dem "Schwert" im Sternbild Orion. Dort entstehen in 1350 Lichtjahren Entfernung gerade viele neue Sterne. EInige sind schon zu sehen, andere verstecken sich noch in der großen Gaswolke.

Nach dem Besuch weiterer Sterne und Sternhaufen kehrten wir zu Jupiter zurück und sahen, dass die beiden Monde auf der linken Seite inzwischen wieder etwas Abstand zueinander hatten.

Der Große Rote Fleck war nun nicht mehr mittig, er wanderte auf den Jupiterrand zu. Wir hatten großes Glück, dass er genau zu der Zeit auf der Vorderseite von Jupiter herumwirbelte, als wir gerade am Teleskop waren.

Wir hoffen, der Abend hat allen Besuchern genauso gut gefallen wie uns! Wir freuen uns immer über Mitbeobachter. Die nächste Gelegenheit bietet sich am Mittwoch ab 20 Uhr und dann wieder am Samstag, den 2.4. zum Themenabend "Jupiter und seine Monde", auch ab 20 Uhr.


In eigener Sache:

Bienenkorblampe
Bienenkorblampe

Bei der Beobachtung der Objekte des Sternenhimmels wirken alle irdischen Lichter naturgemäß störend. Nun muss man aber trotzdem den Weg durch die Dunkelheit finden. Daher haben wir in den Kuppeln Rotlicht oder so genannte Bienenkorblampen installiert.

Diese Lampen geben nur sehr wenig Licht ab, das für eine Orientierung ausreicht, aber nicht störend auf Beobachter wirkt.

Im Außengelände haben wir im Moment noch Weißlichtlampen. Wir denken darüber nach, auch diese zu dämpfen oder gegen rotes Licht auszutauschen.

Wenn Sie an einem Beobachtungsabend teilnehmen möchten, kommen Sie bitte pünktlich zur Dämmerung. Dann finden Sie den Weg in die Kuppel ohne Probleme. Man braucht einige Zeit, bis man sich an das rote Licht gewöhnt. Aber dann erkennt man auch Details, wo vorher alles dunkel schien.

Clear skies wünscht
Ihr Team vom Astronomiemuseum e.V.

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