Die Meteor Radarstation des Astronomiemuseum

Rund 1000-5000 Tonnen extraterrestrischen Materials fallen täglich auf die Erde – hauptsächlich in Form von Staub. Wenn extraterrestrische Objekte in die Erdatmosphäre eintreten, wird ihre Oberfläche stark erhitzt und die umgebenden Luftmoleküle werden ionisiert. Dadurch kommt es in Höhen zwischen 120 und 80 km zur Ausbildung eines Plasmaschweifes. Sternschnuppen entstehen also dadurch, dass sie beim Verglühen eine Leuchtspur hinterlassen, welches eigentlich ionisierte Luft ist, während Feuerbälle durch größere Bruchstücke extraterrestrischen Materials verursacht werden. Allgemein werden diese kurzlebigen Leuchtphänomene als Meteore bezeichnet.

Meteore können nachts durchaus mit dem bloßen Auge beobachtet und mittels Videokameras oder speziellen Fisheye-Kameras aufgenommen werden.

Da ionisierte Luft elektromagnetische Wellen bei Radiofrequenzen reflektiert, können Meteore mittels niederfrequenter Funkwellen bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter sichtbar gemacht werden.

Meteorscatter

Um das Meteor-Echo visuell und akustisch wahrnehmen zu können, benötigt man eine Sende- und Empfangseinheit. Empfangen werden Radiosignale, welche von dem Plasmaschweif der Meteore reflektiert werden. Als Sender wird hierfür der Belgische Sender BRAMS (Belgian RAdio Meteor Stations) nahe der Stadt Dourbes in Belgien in der Nähe von Lüttich verwendet. Als Empfänger dient eine auf dem Dach des Astronomiemuseum installierte Antenne.

antenne

Diese Technik liefert statistische Daten über die Anzahl der Meteore sowie über Ausbildung, Zerfall und Auflösung der Plasmaschweife.

Die Häufigkeit, mit der Meteore beobachtet werden können, variiert auch während des Jahres. Sogenannte „Meteorströme“ treten jedes Jahr zur selben Zeit auf. Sie entstehen, wenn zahlreiche kleine Teilchen von Kometen- oder Asteroidenmaterial in die Erdatmosphäre eindringen.

Beispiele für Meteorechos

Das sind typische Radiosignale von Meteoren, wie sie von dem System hier am Museum empfangen werden. Wir beobachten eine Frequenz von 49,969 MHz. Das ist die Frequenz, bei der unser verwendeter Sender das Signal übermittelt. Je größer ein extraterrestrisches Objekt ist, desto heller erscheint der tatsächliche Meteorschweif und das übertragende Radiosignal. Das Hintergrundsignal erscheint in blau, während Meteorechos in Abhängigkeit ihrer Intensität in den Farben grün, gelb-orange und rot erscheinen.

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