Cuno Hoffmeisters Plattensammlung
- Sonderausstellung -

Am 14. September 1923 belichtete Cuno Hoffmeister (1892-1968 Sonneberger Astronom) seine erste Fotoplatte. Diese ist bis heute im Bestand der Sternwarte Sonneberg. Damals konnte er noch nicht erahnen, dass daraus einmal das zweitgrößte Astroplattenarchiv der Welt werden würde. Die Plattensammlung umfasst aktuell mehr als 275.000 Aufnahmen. Die meisten sind in Sonneberg entstanden, es gibt aber auch etliche Platten des südlichen Sternhimmels, die Hoffmeister von seinen Reisen nach Namibia und in die Karibik mitbrachte. Angelegt wurde das Archiv, um die Veränderungen in den Helligkeiten von Sternen zu dokumentieren.

Das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg ermöglicht erstmals in einer Sonderausstellung einen detaillierten Blick auf ausgewählte Fotoplatten des Archivs. Neben eindrucksvollen Aufnahmen der Andromedagalaxie und des Nordamerikanebels werden auch Fotoplatten gezeigt, die die Entdeckung besonderer Objekte ermöglichten und damit tiefgreifende Erkenntnisse in der Astronomie lieferten. Dazu gehört die Entdeckungsplatte von BL-Lac aus dem Jahr 1928 oder auch die des Asteroiden (2183) Neufang. Ganz aktuell sei hier auch die Erforschung des Sterns KIC 8462852 erwähnt, der unter dem Namen Tabby's Star berühmt wurde und dessen Helligkeitswechsel wilde Spekulationen über den Bau einer Dyson-Sphäre durch eine außerirdische Zivilisation auslöste.

Auch die Veränderung der Positionen der Gestirne lässt sich aus der jahrzehntelangen Abfolge von Aufnahmen ableiten. So kann man z.B. die Bewegung von Barnards Pfeilstern über einen Zeitraum von 50 Jahren verfolgen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind die zum Archiv gehörenden Beobachtungsbücher, in die jede einzelne Aufnahme handschriftlich eingetragen und mit Wetterdaten und sonstigen Bemerkungen versehen wurde. Ab und an blitzen da auch Freud und Leid des Beobachters zwischen den Zeilen hindurch. Einen großen Schatz stellen auch die Entdeckungshefte dar, in denen jeder der fast 11.000 in Sonneberg neu entdeckten veränderlichen Sterne mit einer Aufsuchkarte vermerkt ist.

Die Sonderausstellung möchte die enorme Leistung der Sternwarte Sonneberg auf dem Gebiet der Veränderlichenforschung ins Bewusstsein holen. Was heute mit ferngesteuerten automatischen Teleskopen aufgenommen und per Software ausgewertet wird, erforderte noch vor wenigen Jahrzehnten vollen Einsatz in jeder wolkenfreien Nacht und im Nachgang akribische Detektivarbeit am Blinkkomparator.

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