Montagsvortrag am 3. September 2018: Der Schatten des Schwarzen Lochs

Ort: Hörsaal des Astronomiemuseums
Referent: Dr. Andreas Müller, TU München

Dr. Andreas Müller

Dr. Andreas Müller, ein erfahrener Astrophysiker und Wissenschaftspublizist, der im Exzellenz-Cluster der Technischen Universität München arbeitet, referiert über "Den Schatten des Schwarzen Loches".

Im Vortrag geht es um den Versuch, Schwarze Löcher zu fotografieren. Das ist grundsätzlich schon schwierig, weil sie ja kein Licht aussenden oder reflektieren wie alle Gegenstände unserer gewohnten Welt. Befindet sich jedoch in der Umgebung eines Schwarzen Loches leuchtendes Gas, so könnte man, wäre man nur nahe genug, die schwarze Silhouette inmitten des Gases erkennen können. Leider - oder zum Glück - leben wir nicht nahe eines Schwarzen Lochs, und so wird eine solche Beobachtung schwierig. Schwarze Löcher sind zwar ziemlich schwere, aber recht kompakte Objekte. Deshalb sind sie vergleichsweise klein für kosmische Maßstäbe, und in astronomisch großen Entfernung schrumpfen sie zu praktisch unbeobachtbaren Winzlingen zusammen.

Dennoch versucht man sich dem Schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße beobachterisch zu nähern. Das ist möglich, da es etwa 4 Millionen Mal schwerer als unsere Sonne ist und der Durchmesser eines Schwarzen Lochs mit der Masse wächst. Es ist also das größte Schwarze Loch unserer Galaxis. Im Bereich der Radioastronomie ist man gegenwärtig mit dem Projekt "Event Horizon Telescope" dabei, einen Schnappschuss dieses Schwarzen Loches anzufertigen und zum ersten Male den Ereignishorizont dieser wohl geheimnisvollsten Objekte unseres Universums zu erkunden.