Montagsvortrag am 8.5.2017 um 19 Uhr in der Sternwarte

Der Streit ums richtige Weltsystem bei Galileo Galilei und Simon Marius

Ein historisch schwergewichtiger Plagiatsstreit ist Thema des nächsten Montagsvortrags im Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg. Am 8.5.2017 spricht um 19 Uhr im Hörsaaldes Astronomiemuseums Herr Pierre Leich, Präsident der Simon-Marius-Gesellschaft in Nürnberg, zum Thema "Der Streit ums richtige Weltsystem bei Galileo Galilei und Simon Marius".

Der Vortrag ist ein Streifzug von der Erfindung des Teleskops über die Entdeckung der Jupitermonde bis zu den Beweisen des Heliozentrismus.

In der Zeit von Galilei und Kepler gelangen der Astronomie bedeutende Fortschritte. Nach der Entdeckung des Fernrohrs in den Niederlanden beobachteten Wissenschaftler von England bis Italien Mondgebirge, Venusphasen und Sonnenflecken. Jupitermonde sah auch der markgräfliche Hofastronom Simon Marius, was Galilei gar nicht gefiel. Sein Plagiatsvorwurf konnte erst Anfang des 20. Jahrhunderts entkräftet werden und inzwischen gilt ihre Erforschung des Jupitersystems als zeitgleich und unabhängig. Der Vortrag stellt die Entdeckungen von Marius und Galilei in den astronomiehistorischen Kontext und zeigt, inwieweit ihre teleskopischen Beobachtungen als Argumente im Weltsystemstreit genutzt werden konnten. Dabei wird deutlich, dass beide durchaus unterschiedliche Schlüsse zogen und die Sache nicht so einfach ist, wie sie uns heute oftmals erscheint.

Der Astronomiemuseum e.V. lädt alle Interessierten herzlich auf die Sternwarte ein.

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Das Astronomiemuseum mit neuer Ausstellung

Modelle der Sonne
Modelle der Sonne

Das Astronomiemuseum präsentiert Ihnen ein vielfältiges Programm für die ganze Familie. Verbringen Sie einen Nachmittag im Sonnensystem und lernen Sie die Sonne, Planeten und andere Himmelskörper besser kennen. Kommen Sie mit auf eine Expedition, bei der ein Eisenmeteorit geborgen wird. Erfahren Sie mehr über die Sternbilder und tauchen Sie ein in die Tiefen des Kosmos.

Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Sternwarte Sonneberg und deren Gründer Cuno Hoffmeister. Wussten Sie schon, dass ein Krater auf dem Mond nach Hoffmeister benannt wurde? Und dass es einen von ihm entdeckten Asteroiden gibt, der den Namen Neufang trägt, dem Stadtteil Sonnebergs, in dem sich die Sternwarte befindet? Möchten Sie einmal im berühmten Plattenarchiv stöbern und nachschauen, wie der Sternenhimmel am Tag Ihrer Geburt ausgesehen hat? Oder wollten Sie schon immer wissen, wie ein Blinkkomparator funktioniert?

Dann kommen Sie doch auf einen Besuch vorbei, wir freuen uns auf Sie.

Cuno Hoffmeister gründete 1925 die Sternwarte Sonneberg. Er war bekannt als herausragender Entdecker Veränderlicher Sterne, also von Sternen, die ihre Helligkeit mit der Zeit ändern. Er selbst hat in Sonneberg fast zehntausend solcher Sterne entdeckt und untersucht. Darunter waren auch solche, die heute zu den wichtigsten Objekten der modernen Astrophysik gehören, wie etwa Doppelsternsysteme mit Neutronsternen oder gar Schwarze Löcher, die als starke Quellen von Röntgenstrahlung sogar mit Satelliten beobachtet werden.

Sonneberger Plattenarchiv

Eines der wichtigsten Güter der Sternwarte Sonneberg ist die Sammlung photographischer Platten, die, wie auch das Beobachtungsprogramm der Himmelsüberwachung, ganz eng mit dem Namen Hoffmeister verbunden ist. Über einen Zeitraum von mehr als 70 Jahren wurde der gesamte nördliche Sternhimmel regelmäßig systematisch aufgezeichnet. Diese größte Sammlung ihrer Art in Europa hat nicht nur großen wissenschaftlichen, sondern auch kulturellen und historischen Wert. Und vielleicht noch wichtiger: ihre etwa 275.000 Glasplatten sind inzwischen fast vollständig digitalisiert, als eine der ersten größeren astronomischen Plattensammlungen der Welt. Auf diesen Bildern kann man sehen, wie der Himmel und die Sterne in den letzten 90 Jahren beschaffen waren, so als ob man sich mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit begibt. Erst vor kurzem wurde eines der rätselhaftesten Objekt der Astrophysik damit studiert.

Trotz aller Schicksalsschläge, die die Sternwarte Sonneberg in ihrer Geschichte verkraften musste, lebt das wissenschaftliche Erbe Cuno Hoffmeisters fort. Dank der digitalen Daten sind auch künftig weitere wissenschaftliche Entdeckungen zu erwarten.

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