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Wichtige Ereignisse aus Astronomie, Forschung und Raumfahrt
Erster chinesischer Rover landet auf dem Mars
Das Landemodul des chinesischen Raumschiffes Tianwen-1 setzte (nach 7 Minuten des autonom ablaufenden Landemanövers, das wegen der dünnen Marsatmosphäre als besonders schwierig gilt) am Morgen des 15. Mai 2021 sicher in der Region Utopia Planitia auf. Der Rover Zhurong (benannt nach dem chinesischen Feuergott) ist damit der erste chinesische Rover, der auf der Marsoberfläche landete. Tianwen-1 startete am 23. Juli 2020 mit einer Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 5 und erreichte am 10. Februar 2021 als erste chinesische Marssonde eine Umlaufbahn um den Mars.
Der Rover Zhurong soll mindestens 3 Monate lang Untersuchungen durchführen. Er ist 240 kg schwer, hat 6 Räder und 4 Sonnenkollektoren und führt wissenschaftliche Instrumente mit, mit denen Informationen über das Marsklima, die Planetenoberfläche und die geologische Struktur gesammelt werden sollen.
Ende Hauptmission Weltraumteleskop Kepler
Kepler ist ein Weltraumteleskop der NASA, das im März 2009 gestartet wurde, um nach extrasolaren Planeten zu suchen. Das Teleskop beobachtete einen festen Ausschnitt des Sternenhimmels mit ca. 190000 Sternen im Sternbild Schwan, um extrasolare Planeten zu entdecken.
Besondere Zielsetzung des Projekts war es, vergleichsweise kleine Planeten (wie unsere Erde oder kleiner) und damit auch potenziell bewohnbare („habitable“) extrasolare Planeten zu entdecken. Gleichzeitig lieferte es Basisdaten zu anderen veränderlichen Sternen, um daraus Rückschlüsse über die im Inneren ablaufenden Prozesse ziehen zu können.
Mitte Mai 2013 erklärte die NASA, dass Kepler infolge zweier defekter Reaktionsräder nicht mehr mit der bisherigen Präzision ausgerichtet werden kann. Am 15. August 2013 wurde die Hauptmission eingestellt. Im Mai 2014 wurde bekanntgegeben, dass Kepler mit einer modifizierten Mission (K2 genannt) weiterhin nach Exoplaneten suchen wird.
Start von Sojus TMA-04M
Sojus TMA-04M startete am 15. Mai 2012 um 3:01 UTC von der Startrampe 1 des Kosmodroms Baikonur zur ISS. Zwei Tage später koppelte das Raumschiff um 4:36 UTC in einer Rekordhöhe von 399 Kilometern am russischen Miniforschungsmodul Poisk an.
Die Mission brachte drei Besatzungsmitglieder[1] der ISS-Expeditionen 31 und 32 zur Internationalen Raumstation. Das Sojus-Raumschiff löste Sojus TMA-22 als Rettungskapsel ab.
Die Abkopplung von der ISS erfolgte am 16. September 2012 um 23:09 UTC. Dies markierte das Ende der ISS-Expedition 32 und den Beginn der Expedition 33. Die Landung in Kasachstan erfolgte etwa vier Stunden später am 17. September 2012 um 02:53 UTC. Mit diesem Flug hatte Padalka insgesamt 711 Tage im All verbracht, nur Sergei Krikaljow mit 803 Tagen, Alexander Kaleri mit 769 Tagen und Sergei Awdejew mit 747 Tagen haben noch mehr Weltraumerfahrung als er.
Start von STS-84 (Spaceshuttle Atlantis)
Hauptaufgaben der 6. Mir-Docking-Mission waren Material- und Crewtransport. Michael Foale übernahm den Stammplatz in der Station von Jerry Linenger, der nach viermonatigem Flug mit der Atlantis zur Erde zurückkehrte. Ebenfalls an Bord war ein Spacehab-Doppelmodul, in dem verschiedene biologische Experimente mit dem Biorack ausgeführt wurden.
Das Biorack enthielt mehrere Kammern und Zentrifugen, in denen verschieden starke Schwerkräfte simuliert werden konnten. Untersucht wurden die Auswirkungen der Schwerelosigkeit und kosmischer Strahlung auf Pflanzenwurzeln, Einzeller und weiße Blutkörperchen. Ein spezieller Strahlungsmonitor zeichnet die Stärke der einfallenden kosmischen Strahlung über die gesamte Flugdauer auf.
Während des gemeinsamen Fluges von Atlantis und Mir wurden verschiedene Belastungstests durchgeführt. Durch Zünden der Manövriertriebwerke des Shuttle oder der Raumstation werden insbesondere die Kopplungsadapter und die Solarzellenflächen großen Belastungen ausgesetzt. Die Stabilität dieser Strukturen wurde unter verschiedenen Bedingungen gemessen. Diese Untersuchungen sollen auch Rückschlüsse auf die Stabilität der künftigen Internationalen Raumstation ISS zulassen.
wurde Sōichi Noguchi geboren
Im Juni 1996 wurde Noguchi von der NASDA, der Vorgängerin der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, als Astronaut ausgewählt. Im August ging er zum Johnson Space Center (JSC), um dort zwei Jahre lang eine Ausbildung zum Missionsspezialisten zu absolvieren. Im Anschluss nahm er 1998 an einem Basistraining für russische bemannte Weltraumsysteme im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum teil. Zudem wurde er am JSC in das japanische ISS-Experimentalmodul Kibō eingewiesen.
Am 26. Juli 2005 startete er mit STS-114 zum ersten Flug eines Space Shuttles nach dem Absturz der Columbia. Noguchi führte drei Weltraumausstiege (EVAs) mit einer Gesamtdauer von über 20 Stunden durch.
Noguchi führte von Dezember 2009 bis Mai 2010 im Rahmen der ISS-Expeditionen 22 und 23 einen Langzeitaufenthalt auf der Internationalen Raumstation durch. Der Start mit dem Raumschiff Sojus TMA-17 erfolgte am 20. Dezember 2009, die Rückkehr am 2. Juni 2010.
Er wurde für die Mission SpaceX Crew-1 eingeteilt. Die Mission startete am 16. November 2020 und erreichte die ISS am Folgetag. Die Rückkehr zur Erde erfolgte am 2. Mai 2021.
1997 wurde der Asteroid (5734) Noguchi nach ihm benannt.
Start von Mercury-Atlas 9
Die Mission Mercury-Atlas 9 (MA-9) war der letzte bemannte Weltraumflug im Rahmen des US-amerikanischen Mercury-Programms.
Während des Fluges führte der Astronaut Gordon Cooper elf wissenschaftliche Experimente durch. Unter anderem setzte er eine Weltraumboje von 15 cm Durchmesser aus, um mit Hilfe ihres Blinklichtes die Sichtbarkeit von anderen Flugkörpern zu untersuchen. Es war das erste Mal, dass von einem Raumschiff ein weiterer Satellit ausgesetzt wurde.
Gordon Cooper war der erste US-amerikanische Astronaut, der in der Erdumlaufbahn schlief. Schon während der Wartezeiten auf der Startrampe war er mehrfach eingenickt. In der Schwerelosigkeit musste er nun darauf achten, dass er mit seinen schwebenden Armen nicht versehentlich Schalter und Hebel berührte.
Cooper berichtete, dass er aus der Umlaufbahn bei richtiger Beleuchtung und gutem Kontrast auch relativ kleine Objekte wie Lkws und Häuser auf der Erdoberfläche erkennen konnte. Aus den Rauchfahnen konnte er Windrichtung und Windgeschwindigkeit abschätzen.
Start von Sputnik 4
Sputnik 4 (auch Korabl-Sputnik 1 oder Weltraumschiff 1 genannt) wurde am 15. Mai 1960 gestartet. Dies war der erste Prototyp für das ab 1961 eingesetzte Wostok-Raumschiff für bemannte Flüge.
Die Bahnhöhe des Satelliten betrug zwischen 312 und 369 Kilometer, später zwischen 307 und 690 Kilometer. Die Umlaufzeit um die Erde betrug 91,2 Minuten. 1962 stürzten Teile von Sputnik 4 auf eine Straßenkreuzung im US-Staat Wisconsin ab.
Start von Sputnik 3
Der russische Forschungssatellit Sputnik 3 trug zwölf wissenschaftliche Messinstrumente (Sensoren für Druck, Temperatur und Zusammensetzung der Atmosphäre, Strahlungsmessgeräte, Sensoren für elektrische und magnetische Felder) in den Weltraum, welche die obere Atmosphäre und die Strahlungsgürtel der Erde untersuchen sollten - was aber fehlschlug, da der Bandrekorder für die Messdaten versagte und nur wenige Daten der Sensoren direkt beim Überflug einer Bodenstation empfangen werden konnten.
Der Satellit war ein kegelförmiger Körper von 3,57 m Länge, 1,73 m Durchmesser und einer Masse von 1327 kg. Sputnik 3 verglühte am 6. April 1960. Die Bahnhöhe des Satelliten betrug zwischen 226 und 1881 Kilometer. Er umrundete in 106 Minuten einmal die Erde auf einer um 65,2° geneigten Bahn.
wurde Frank Lee Culbertson geboren
Culbertson absolvierte 1971 die United States Naval Academy und erhielt einen Bachelor in Luft- und Raumfahrttechnik. Anschließend diente er an Bord der USS Fox im Golf von Tonkin, bevor er zum Flugtraining nach Pensacola kam.
Culbertson wurde im Mai 1984 von der NASA als Raumfahreranwärter ausgewählt. Sein Astronauten-Basistraining dauerte bis Juni 1985. Anschließend war er an der Weiterentwicklung und an Tests zur Steuerung, den Reifen und Bremsen des Shuttle-Bugrads beteiligt. 1986 arbeitete er im NASA-Hauptquartier in Washington, D.C. an den Untersuchungen zur Challenger-Katastrophe mit.
Culbertson startete mit der Raumfähre Atlantis am 15. November 1990 zu seiner ersten Mission STS-38 im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Als Nutzlast wurde ein militärischer Spionagesatellit ausgesetzt.
Am 12. September 1993 flog er mit der Discovery zur Mission STS-51 ins All und setzte dabei den Advanced Communications Technology Satellite (ACTS) und den Shuttle Pallet Satellite (ORFEUS-SPAS) aus. Letzterer hatte amerikanische und deutsche wissenschaftliche Experimente einschließlich eines Ultraviolett-Spektrometers an Bord.
An Bord der Discovery startete Culbertson am 10. August 2001 als Mitglied der dritten Langzeitbesatzung zur Internationalen Raumstation (ISS). Am 12. August 2001 dockte er mit dem Space Shuttle an der ISS an, um dort insgesamt 129 Tage zu arbeiten, davon 117 Tage (ab dem 17. August) als Kommandant. Am 15. Dezember 2001 verließ die dritte Langzeitbesatzung die Station und landete mit der Raumfähre Endeavour (STS-108) am 17. Dezember 2001 am Kennedy Space Center.
wurde Anthony Wayne England geboren
England erhielt 1965 einen Bachelor und einen Master in Earth an Planetary Sciences vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1970 wurde er in der gleichen Disziplin – ebenfalls am MIT – promoviert.
Vor seinem Wechsel zur NASA arbeitete England drei Jahre am MIT. Dort entwickelte er Radaranlagen für die Erkundung des Mondes mit Apollo 17 sowie von Gletschern in Washington und Alaska. Zweimal war er zu Forschungszwecken in der Antarktis.
Im August 1967 wurde England von der NASA als Wissenschaftsastronaut ausgewählt. Er war Mitglied der Unterstützungsmannschaften für die Mondmissionen Apollo 13 und Apollo 16.
Am 29. Juli 1985 startete England als Missionsspezialist mit der Raumfähre Challenger zur Spacelab-2-Mission (STS-51-F) in den Weltraum. Es war der erste Flug des europäischen Raumlabors ohne Druckmodul – die Experimente, in der Hauptsache in den Disziplinen Astronomie und Astrophysik, waren auf drei Paletten im Laderaum der Challenger installiert gewesen.
wurde Williamina Paton Stevens Fleming geboren
Meilenstein: System zur Klassifizierung von Sternen entwickelt
Fleming fand eine Stelle als Hausangestellte im Haus des Professors Edward Charles Pickering. Pickering, beeindruckt von der Intelligenz Flemings, und unzufrieden mit seinen männlichen Assistenten am Harvard-College-Observatorium erklärte, seine Hausangestellte könnte deren Arbeit besser erledigen.
So beauftragte Pickering in dem Observatorium 1881 Williamina mit Büroarbeiten und ab 1886 mit der Klassifikation von Sternen. Sie ersann ein System zur Klassifizierung von Sternen und half, es einzuführen. Das System basierte darauf, jedem Stern einen Buchstaben zuzuordnen in Abhängigkeit davon, wie viel Wasserstoff in seinem Spektrum beobachtet werden konnte. A-Sterne hatten am meisten Wasserstoff, B-Sterne etwas weniger, und so weiter. Insgesamt gruppierte Fleming die Sterne in 17 Kategorien ein.
In neun Jahren katalogisierte sie mehr als 10.000 Sterne. Bei ihrer Arbeit entdeckte sie 59 Gasnebel, 310 veränderliche Sterne und 10 Novae. 1907 veröffentlichte sie eine Liste von 222 veränderlichen Sternen, die sie entdeckt hatte.
Nach ihr wurde 1970 der Mondkrater Fleming (zusammen mit Alexander Fleming) benannt sowie 2022 der Asteroid (5747) Williamina.
starb Hermann Libert Westphalen
Nach seiner Schulbildung an der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg studierte Westphalen Mathematik an der Philipps-Universität Marburg und wurde 1842 Assistent und einer der Lieblingsschüler des Wissenschaftlers Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846) an der Königsberger Sternwarte.
Bessel hatte die Frage in Erwägung gezogen, ob das einfache newtonsche Gravitationsgesetz zu völlig genauer Berechnung der Kometenbahnen ausreiche, und auf seine Anregung hin behandelte Westphalen das Problem mit spezieller Berücksichtigung des Kometen von Halley, der 1835 zum dritten Mal erschienen war. Westphalens Untersuchung lieferte den Beweis, dass wenigstens für den fraglichen Kometen die einfache Schwereformel alle Beobachtungen genau darstellt, und dass an Zusatzglieder zu dieser Formel nicht gedacht zu werden braucht.
wurde Maximilian Hell geboren
Hell veröffentlichte die astronomischen Tafeln „Ephemerides astronomicae ad meridianum Vindobonensem“, ein Werk in 37 Bänden, in dem die Ephemeriden für die Jahre 1757 bis 1792 veröffentlicht wurden.
In Vardø (Nord-Norwegen) beobachtete er 1769 auf Einladung des dänischen Königs Christian VII. den Venusdurchgang. Aus den weltweit gesammelten Beobachtungen der Venustransits von 1761 und 1769 berechnete Hell den Abstand zwischen Sonne und Erde zu 152 Millionen Kilometer (moderner Wert 149,6 Millionen Kilometer).
Der Mondkrater Hell ist nach ihm benannt. Das Museum der Universitätssternwarte Wien trägt seit 2012 den Namen „Astronomische Schausammlung ‚Maximilian Hell‘“.