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Vortrag: T CrB – Ein Sternsystem zwischen Ruhe und Ausbruch

Datum
13.04.2026
Beginn
19:00 Uhr
Ort
Astronomiemuseum
Referent
Dr. Veronika Schaffenroth
Institut
Thüringer Landessternwarte Tautenburg
Voranmeldung
Keine Voranmeldung notwendig

Viele Sterne sind keine Einzelgänger wie unsere Sonne, sondern haben einen oder mehrere Begleiter. Sterne, die sich in ausreichend geringem Abstand zueinander befinden, dass sie sich im Laufe ihres Lebens gegenseitig beeinflussen können. Dies führt zu sehr interessanten Phänomenen.
Ein solches in den letzten Jahren erwartetes Phänomen ist die Novaexplosion im Sternsystem T CrB, die alle ca. 80 Jahre stattfindet. Durch den Massentransfer von einem Stern auf den anderen kommt es letztlich zu einer Wasserstoffexplosion, die zu einer Vergrößerung der Helligkeit des Systems um das 1000-Fache in kurzer Zeit führt, so dass es mit bloßem Auge für einige Tage sichtbar sein wird. In diesem Vortrag werde ich die Entwicklung von Einzel- und Mehrfachsystemen vorstellen sowie die Methoden und Beobachtungen, mit denen wir mehr über diese Systeme lernen können. Ziel ist es zu verstehen, wodurch die Wasserstoffexplosion in diesem faszinierenden System ausgelöst wird. Darüber hinaus werde ich unsere Beobachtungen der letzten zwei Jahre sowie die Beobachtungen von Kolleginnen und Kollegen diskutieren, um die Veränderungen in diesem Sternsystem besser zu verstehen. Und wer weiß – vielleicht ist es schon in Kürze so weit, dass wir T CrB mit bloßem Auge bestaunen können.

Veronika Schaffenroth forscht an photometrischen und spektroskopischen Beobachtungen enger, entwickelter Doppelsternsysteme. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen insbesondere (bedeckungsveränderliche) Post-Common-Envelope-Systeme, Pulsationen in Doppelsternsystemen sowie heiße Subzwergsterne. Darüber hinaus untersucht sie den Einfluss stellarer und substellarer Begleiter auf die Sternentwicklung, insbesondere im Zusammenhang mit stabilem und instabilem Massentransfer. Weitere Forschungsfelder sind Variationen der Umlaufperioden, tidale Synchronisation und Bestrahlungseffekte.